INSPIRATIONS-QUELLEN / SOURCES OF INSPIRATION
- Markus Buchsbaum

- 15. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Inspiration begegnet uns überall – im Alltag, in flüchtigen Momenten und scheinbar banalen Details. Aus Eindrücken entstehen Bilder, Texte und Kunstwerke, die dem Augenblick Dauer verleihen. Wie aus kleinen Beobachtungen große Ideen werden und warum Neugier der Schlüssel dazu ist, erfährt ihr in diesem Beitrag. (english version below)

Ein Funke, der Neues schafft
Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, was Inspiration eigentlich ist. Das Wort geht auf das lateinische spirare zurück, was »hauchen« oder »atmen« bedeutet. Im übertragenen Sinn beschreibt es das Einhauchen von Lebendigkeit und das Wecken des Geistes. Für mich ist sie eine Eingebung, ein schöpferischer Funke, der uns antreibt, Neues zu (er)schaffen.
Neugier als Schlüssel zur Inspiration
Wenn ihr mit offenen Augen durch die Welt geht, werdet ihr merken: Inspiration fließt aus vielen Quellen. Ich finde sie im Alltag, in flüchtigen Momenten, kleinen Begebenheiten und meiner unmittelbaren Umgebung. Selbst an unerfreulichen Tagen entdecke ich etwas Schönes, so unscheinbar es auch sein mag: Ein kleiner Vogel, der neben mir Platz genommen hat und mich neugierig anblickt, oder eine Hummel, die laut brummend vorbeifliegt. Oft sind es gerade die scheinbar banalen Details, die sich als besonders erweisen. Wichtig ist, aufmerksam und offen zu bleiben, für Unbekanntes und für die Welt. Die schier endlose Vielfalt von Flora und Fauna, aber auch Architektur und Kunstgeschichte faszinieren mich zutiefst. Mit dem nächsten Kunstwerk im Hinterkopf bin ich bewusst oder unbewusst immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen.
Das Unsichtbare sichtbar machen
Kennt ihr das auch? Bei einem Spaziergang springt euch plötzlich etwas ins Auge, das festgehalten werden muss. So ging es mir beispielsweise am Donaukanal: eine Situation, eine Lichtstimmung, etwas, das gefällt. Oft halte ich solche Szenen mit der Handykamera fest. Manches gerät in Vergessenheit, taucht später wieder auf und wird zu einem Gemälde oder einer Zeichnung. Fotos, die mir Familie, Freunde oder Bekannte zusenden, dienen mir ebenso als Vorlage wie Szenen aus dem Alltag, etwa ein Sessel am Straßenrand, ein Hund mit Kappe oder ein Gespräch zwischen Passant:innen. Aus solchen Begegnungen entstehen nicht selten auch humorvolle Bildtitel.
Eindruck wird Ausdruck
Eindrücke werden von mir wie ein Schwamm aufgesogen. Bestimmt kennt ihr das Gefühl, die Gedanken schweifen zu lassen, als eine Art des Tagträumens. In Österreich würden wir das augenzwinkernd als »Narrenkastl schauen« bezeichnen. In meinem Fall entstehen so Texte, Bilder und Stimmungen. Übrigens, manche meiner Gemälde erzählen ihre Geschichte plakativ-direkt, andere lassen Raum für eigene Empfindungen. Einige Themen tauchen immer wieder auf, mal eingebettet in komplexe Kompositionen, mal als eigenständiges Werk. Auch die Kunst vergangener Epochen dient mir als Inspirationsquelle: Berühmte Meisterwerke werden von mir neu interpretiert, die alten Malweisen penibel studiert und in einen zeitgenössischen Kontext gesetzt. Die Detailverliebtheit zeigt sich dabei in vielen Arbeiten, die oft im Fotorealismus münden, wo wir wieder bei der schnell gezückten Smartphone-Kamera wären.
Der Weg des Moments zur Dauer
Und so entstehen meine Werke: Acrylgemälde auf Leinen, Zeichnungen auf upgecycelten Kartonresten, hochwertige Kunstdrucke, Tusche- und Aquarellzeichnungen auf Papier sowie Wandmalereien. Jede Arbeit ist für mich der Versuch, einen Augenblick festzuhalten und ihm Dauer zu verleihen. Ein Atemzug verwandelt sich in Farbe und Form.

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Inspiration encounters us everywhere – in everyday life, in fleeting moments, and in seemingly trivial details. From impressions arise images, texts, and artworks that give permanence to the moment. How small observations become big ideas, and why curiosity is the key to this, you’ll discover in this piece.
A spark that creates something new
Perhaps you have already wondered what inspiration actually is. The word goes back to the Latin spirare, which means »to breathe« or »to exhale«. In a figurative sense, it describes the act of breathing life into something and awakening the spirit. For me, it is a revelation, a creative spark that drives us to create something new.
Curiosity as the key to inspiration
When you walk through the world with open eyes, you will notice: inspiration flows from many sources. I find it in everyday life, in fleeting moments, small occurrences, and my immediate surroundings. Even on unpleasant days I discover something beautiful, no matter how inconspicuous it may be: a little bird that has settled next to me and looks at me curiously, or a bumblebee buzzing loudly as it flies past. Often it is precisely the seemingly trivial details that turn out to be special. What matters is to remain attentive and open – to the unknown and to the world. The seemingly endless variety of flora and fauna, but also architecture and art history, fascinates me deeply. With the next artwork in mind, I am always – consciously or unconsciously – searching for the extraordinary.
Making the invisible visible
Do you know that feeling too? During a walk, something suddenly catches your eye and simply has to be captured. That’s what happened to me, for example, at the Donaukanal: a situation, a play of light, something that pleases. I often record such scenes with my phone camera. Some things fade into oblivion, reappear later, and become a painting or a drawing. Photos sent to me by family, friends, or acquaintances serve just as much as templates as everyday scenes – such as a chair by the roadside, a dog wearing a cap, or a conversation between passers-by. From such encounters, humorous picture titles often emerge.
Impression becomes expression
Impressions are absorbed by me like a sponge. Surely you know the feeling of letting your thoughts wander, as a kind of daydreaming. In Austria, we would jokingly call this »Narrenkastl schauen«. In my case, this is how texts, images, and moods emerge. Incidentally, some of my paintings tell their story in a strikingly direct way, while others leave room for personal interpretation. Certain themes keep reappearing – sometimes embedded in complex compositions, sometimes as independent works. The art of past eras also serves as a source of inspiration: famous masterpieces are reinterpreted by me, the old painting techniques meticulously studied and placed into a contemporary context. This love of detail reveals itself in many of my works, which often culminate in photorealism – bringing us back once again to the quickly whipped-out smartphone camera.
The path from moment to permanence
And this is how my art come into being: fleeting moments are captured in acrylic on canvas, or as ink and watercolour drawings on paper or upcycled pieces of cardboard. Each artwork is, for me, an attempt to preserve a moment and grant it permanence. A single breath thus transforms into colour and form.


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