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DIE TECHNIK DES SFUMATO / THE TECHNIQUE OF SFUMATO

Der Kopf stets voller Ideen, so sehr, dass er raucht! Wo wir schon beim Thema wären, denn »sfumato« kommt aus dem Italienischen und bedeutet unter anderem so viel wie »verraucht«, »undeutlich« oder »verschwommen«. (english version below)


Detailansicht der Sfumato-Technik, Bild im Entstehen.
Sfumato – artwork in progress

Was ist ein sogenanntes Sfumato?

Im Laufe des Studiums der Kunstgeschichte wurde ich selbstverständlich oft mit der Sfumato-Technik konfrontiert, wird sie doch primär mit Leonardo da Vinci, einem der bedeutendsten Renaissance-Künstler, in Verbindung gebracht. »Mona Lisa« (oder »La Gioconda«, Öl auf Pappelholz, 77 × 53 cm, 1503–1506, Paris, Musée du Louvre) veranschaulicht diese Malweise sehr deutlich, nicht nur beim Hintergrund, sondern auch bei Gesichtsdetails.

Weit hinter der Protagonistin erscheint in der Ferne eine See- und Gebirgslandschaft. Je weiter der Blick in die Tiefe schweift, desto verschwommener und auch geheimnisvoller erscheint die Szenerie. Durch gezielten Einsatz von Licht- und Schattenpartien ergibt sich ein Kontrast zum eher dunklen Vordergrund. Es handelt sich hierbei um eine dunstige Traumlandschaft, gemalt mit weichen, verschwimmenden Konturen, was eine nebulöse Stimmung mit sich bringt.



Wie wird ein »Sfumato« gemalt?

Auf einer Anhöhe stehend und in die Weite blickend – Landschaftsdetails erscheinen mit zunehmender Distanz bläulicher, heller und blasser. Diese Erfahrung hat wohl schon jede bzw. jeder von euch gemacht, oder? Seit meiner Paris-Reise (2022) und des Besuchs des Musée du Louvre, lässt mich Leonardos Meisterwerk nicht in Ruhe, weshalb ich nun an einer Neuinterpretation male. Im Zuge dieser habe ich »La Gioconda« genau studiert und versuche aktuell den Bildhintergrund im Stile des Sfumato umzusetzen. (Anmerkung: Wie kann ich mich anmaßen, mich mit dem Künstler par excellence gleichzusetzen! Das mache ich natürlich NICHT – mich fasziniert einfach der Maler, seine Werke und generell die Technik hinter JEDER Kunst.)

Ziel eines Sfumato ist es, Blässe, Transparenz und eben auch diese beschriebene bläuliche Atmosphäre zu kreieren (bei meiner Mona-Lisa-Variante kommen vermehrt gelb-grünliche Farben zum Einsatz, da ich eine eigene Stimmung erzeugen möchte). Dazu habe ich nach einer farbigen Grundierung – ich verwende Acrylfarben – nach und nach verdünnte Farbschichten aufgetragen, die ich halb nass mit einem trockenen und weichen (!) Pinsel verwischt habe. Darauf folgten wieder dünne und mit Wasser verdünnte sogenannte Lasurschichten, sodass die unteren Ebenen leicht durchscheinen. Wichtig: Konturen dürfen bzw. sollten ungenau sein und die Motive sollen scheinbar ineinander laufen. Je weiter man räumlich in die Tiefe geht, desto heller (mit Weiß verdünnen) werden Details. Tipps: Man beginnt mit dem Himmel und arbeitet sich von hinten nach vorne. Hilfreich ist es, die einzelnen Schichten kurz antrocknen zu lassen (bei Acrylfarben passiert das recht schnell), wobei man eine nach der anderen darüber legt, bis der erzielte Effekt erreicht ist. Keine Sorge, Fehler gibt es nicht, denn es geht hauptsächlich um eine neblige Stimmung und Einzelheiten sind Nebensache.



Resümee

Sfumato – leicht zu merken, wenn man an einer italienischen Tankstelle schon mal ein Schild mit »Vietato fumare« (»Rauchen verboten«) gesehen hat. Der Begriff leitet sich vom italienischen Wort »fumo« ab und heißt übersetzt »Rauch« oder »Qualm«. Auf diese Weise wird beispielsweise ein Hintergrund verraucht, diesig und verschwommen abgebildet. In der Kunstgeschichte gibt es zahlreiche Beispiel dafür, wie Leonardos »Mona Lisa« oder Raffael Santis »Madonna im Grünen« (oder »Madonna del Prato«, Öl auf Pappelholz, 113 × 88 cm, 1505–1506, Wien, Kunsthistorisches Museum). Hier meine Neuinterpretation von 2023, die auch ein Sfumato zeigt: »Auf der Spielwiese von Verschwörungstheoretikern«. Hoffentlich habe ich euch mit diesem kunsthistorischen Exkurs nicht gelangweilt, wobei ich hoffe, ich konnte euch ein Stückchen Kunst(geschichte) näher bringen. ;-)


Detailansicht eines Sfumato im Hintergrund eines Gemäldes von Markus Buchsbaum.
Sfumato – Detailansicht des Gemäldes »Auf der Spielwiese von Verschwörungstheoretikern«

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A head always full of ideas, so much so that it smokes! Which brings us to the topic, because »sfumato« comes from the Italian and means, among other things, »smoky«, »indistinct« or »blurred«.



What is a so-called sfumato?

In the course of studying art history, I was of course often confronted with the sfumato technique, as it is primarily associated with Leonardo da Vinci, one of the most important Renaissance artists. »Mona Lisa« (or »La Gioconda«, oil on poplar panel, 77 × 53 cm/30 in × 21 in), 1503–1506, Paris, Musée du Louvre) illustrates this painting technique very clearly, not only in the background but also in facial details. Far behind the protagonist, a lake and mountain landscape appears in the distance. The further we look into the depths, the more blurred and mysterious the scenery appears. The targeted use of light and shadow creates a contrast to the rather dark foreground. This is a hazy dreamscape, painted with soft, blurred contours, which creates a nebulous atmosphere.



How is a »sfumato« painted?

Standing on a hill and gazing into the distance – landscape details appear bluer, lighter and paler with increasing distance. Everyone has probably had this experience, right? Since my trip to Paris (2022) and my visit to the Musée du Louvre, Leonardo’s masterpiece has not left me alone, which is why I am now painting a new interpretation. In the course of this, I have studied »La Gioconda« in detail and am currently trying to realise the background of the picture in the style of sfumato. (Note: How can I presume to equate myself with the artist par excellence! Of course I am NOT – I am simply fascinated by the painter, his works and the technique behind ALL art in general). The aim of a sfumato is to create paleness, transparency and the bluish atmosphere described above (my Mona Lisa version uses more yellow-greenish colours as I want to create my own mood). To do this, after a coloured primer – I use acrylic paints – I gradually applied thinner layers of paint, which I smudged half wet with a dry and soft (!) brush. This was followed by thin layers of so-called glaze, thinned with water, so that the lower layers show through slightly. Important: Contours may or should be imprecise and the motifs should appear to run into each other. The deeper you go, the lighter (dilute with white) the details become.

Tips: Start with the sky and work from the back to the front. It is helpful to allow the individual layers to dry briefly (this happens quite quickly with acrylic paints), adding one after the other until the desired effect is achieved. Don’t worry, there are no mistakes, because the main aim is to create a misty atmosphere and details are secondary.

Summary

Sfumato – easy to remember if you’ve ever seen a sign saying »Vietato fumare« (»No smoking«) at an Italian petrol station. The term is derived from the Italian word »fumo« and translates as »smoke« or »fumes«. In this way, for example, a background is depicted as smoky, hazy and blurred. There are numerous examples of this in art history, such as Leonardo’s »Mona Lisa« or Raphael’s »Madonna del Prato« (oil on poplar panel, 113 × 88 cm/44 in × 35 in, 1505–1506, Vienna, Kunsthistorisches Museum). Here is my reinterpretation from 2023, which also shows a sfumato: »On the playground of conspiracy theorists«. I hope I haven’t bored you with this excursion into art history, although I hope I have been able to bring you a little bit closer to art(history). ;-)

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